Wie bewältigen Menschen ihren Alltag in Zeiten des Krieges angesichts staatlicher Vorsorge, Einschränkungen und Vorschriften? Unter Verwendung von lokalen Quellen untersucht die Autorin Verhaltensweisen der aargauischen Bevölkerung im Zusammenhang mit der Verdunkelungspflicht, der Rationierung und der Lenkung des landwirtschafltichen Anbaus in der Schweiz zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Im Kontrast zur bisherigen historischen Darstellung werden der vielfältige zivilgesellschaftliche «Ungehorsam» und die zahlreichen Konfliktsituationen dargestellt, die trotz des staatlichen Zwangssystems mit seinen Sanktionierungsandrohungen und Strafverfolgungen auftraten. Das Buch interpretiert die Eigendynamik individueller Lebenszusammenhänge und -gestaltung in Zeiten nationaler Bedrohtheit und korrigiert das Bild einer geeinten widerständigen Bevölkerung, wie es die Forschung lange überliefert hat.
«Die vorliegende Publikation geht der Frage nach, in welchem Mass sich die schweizerische Bevölkerung während des Zweiten Weltkriegs angesichts der äusseren Bedrohung tatsächlich als «geeintes Schweizervolk» gemäss den amtlichen Vorgaben gehorsam, verzichtsbereit und solidarisch verhalten hat. […] Was Ziegler an historischer Konkretheit vorlegen kann, ermuntert, wie von ihr gefordert, zu weiteren Recherchen.»
«Beiläufig sei noch auf ein Chronos-Buch hingewiesen, in dem ein alter agrarpolitischer Mythos hinterfragt wird: die hehre Anbauschlacht im Zweiten Weltkrieg. Béatrice Ziegler sichtete dazu Material vor allem aus Gemeinden im Kanton Aargau und stellte fest, dass da längst nicht alles nach dem berühmten ‹Plan Wahlen› lief.»
«Béatrice Ziegler nutzt lokalgeschichtliche Dokumente, um ein Bild der Verhältnisse in der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs zu zeichnen. Drei Elemente des Vollmachtenregimes rückt sie in den Mittelpunkt: die Anweisung zur Verdunkelung, die Steuerung der Lebensmittelverteilung mittels Rationierung und die verfügte Ausdehnung und Umstellung der Landwirtschaft.»
«Die renommierte Historikerin Béatrice Ziegler zeigt in ihrem brandneuen, lesenswerten Buch ‹Nationaler Ausnahmezustand und individuelle Lebensbewältigung› (Zürich: Chronos Verlag 2025) in Anschluss an eine Arbeit Simone Weibels (Aarau 2009) auf, wie im Raum Baden–Wettingen drei Sportvereine (erfolglos) gegen die Beackerung ihrer Spielfelder opponierten und teilweise auch erbittert miteinander stritten.»
«Männer aus dem Dorf überwältigten die beiden Berner Beamten, verletzten einen erheblich und setzten sie gefangen. Der ‹Aufruhr von Steinen›, von der Historikerin Béatrice Ziegler jüngst gekonnt zusammengefasst und kontextualisiert, war Tatsache geworden.»