Blicke auf die koloniale Schweiz

Ein Forschungsbericht

Gebunden
Erscheint im April 2023. ca. 240 Seiten, ca. 4 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1717-6
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Einem transnationalen Trend folgend, sind in jüngster Zeit auch die von der Schweiz ausgegangenen kolonialen Aktivitäten und Beteiligungen an der Sklavenhaltung zu stark beachteten Themen geworden. In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden zu unterschiedlichen Subthemen zahlreiche Spezialstudien veröffentlicht, die von den Tagesmedien mit viel Aufmerksamkeit bedacht worden sind. Es ist an der Zeit, einen breit gefassten Überblick über den aktuellen Stand dieses Forschungsbereichs herzustellen.
Die Arbeiten zeigen, in welchem Mass die Schweiz, obwohl formell keine Kolonialmacht, eine koloniale Vergangenheit aufweist und Altlasten dieser Zeit weiterwirken. Der Autor fragt nach den Beweggründen, die für die Beschäftigung mit der kolonialen Problematik bestimmend gewesen sind, verfolgt die Entwicklung der Arbeiten in diesem Forschungsfeld und vermittelt einen Überblick über die in den letzten drei Jahrzehnten erschienene Literatur. Danach werden Einblicke in spezielle Themensegmente wie das koloniale Unternehmertum, die Siedlungskolonien, die Beteiligung an der Sklavenwirtschaft, die Missionstätigkeit in den Kolonien und die Solddienste im aussereuropäischen Raum gegeben. Schliesslich fragt der Autor, in welcher Form der Schweizer Staat an kolonialen Aktivitäten beteiligt war. Abschliessend zeigt er an Beispielen die inzwischen eingetretene Sensibilisierung für die koloniale Vergangenheit auf.

Georg Kreis, Jahrgang 1943, ist Ordinarius für Geschichte an der Universität Basel und Präsident der Eidg. Kommission gegen Rassismus. Nach drei Arbeitsjahren zur Finanzierung des Studiums 1967 Beginn, 1972 Abschluss des Geschichtsstudiums, parallel dazu aktive Studentenpolitik, Publizistik und eine wissenschaftliche Assistenz. Anschliessend eine in normaler Art, mühsame und mit belastenden Existenzsorgen ausgestattete «Laufbahn» als akademischer Lehrer: 1981 Privatdozent, 1986 Extraordinarius, 1995 Ordinarius an der Universität Basel. Daneben, offenbar als biografische Besonderheit, zahlreiche historische Klärungsaufträge: 1989 im Fall der Villiger-Sendung von Radio DRS, 1991–1993 im Fall der Fichenaffäre, seit 1996 als Mitglied der UEK «Schweiz–Zweiter Weltkrieg», 1997 im Fall des Filmes von TSR «L'honneur perdu de la Suisse», 1998–2000 im Falle der Kontroverse um den Hamburger Mäzen Alfred Toepfer, seit 2000 als Präsident des Forschungsprogramms «Schweiz – Südafrika»; daneben seit 1992 Redaktor der zu traverse komplementären Zeitschrift SZG, RSH, RSS.
Europainstitut, CH-4020 Basel; georg.kreis@unibas.ch


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