Die Schizophrenie
Kommentierte Neuausgabe mit schriftdeutscher Übersetzung herausgegeben von Katrin Luchsinger und René Specht
Gebunden
2022. 424 Seiten, 18 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1668-1
CHF 48.00 / EUR 48.00 
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Der Schaffhauser Chemiker Karl Heinrich Fehrlin ­(1866–1943) veröffentlichte 1912 eine Schrift mit dem Titel «Die Schizophrenie». Fehrlin «hörte Stimmen» und gelangte zur Überzeugung, dass Geister verstorbener Schaffhauserinnen und Schaffhauser zu ihm sprächen. Sie forderten ihn auf, nach ihrem Diktat im lokalen Dialekt zu schreiben. In dieser Zeit der Krise befasste Fehrlin sich mit spiritistischer und psychiatrischer Lektüre.
Er ­hoffte, seinen Austausch mit den Geistern als Methode des Erkennt­nisgewinns etablieren zu können. Die kommentierte Neuausgabe dieses einzigartigen Textes gibt dem Autor Fehrlin das Wort. Präzise und sprachgewaltig hält er die Veränderungen in seinem Denken, aber auch jene seiner Zeit fest. Vier Autorinnen und Autoren beleuchten den Text aus biografisch-historischer, dialektologischer, ­psychiatrischer und diskursanalytischer Sicht.


Kunsthistorikerin. Forschungs­gebiet Kunst und Psychologie um 1900. SNF-Projekt «Bewahren besonderer Kulturgüter»: Inventar der Werke in psychiatrischen Kliniken der Schweiz 1850–1930. Kuratorin der Sammlung der ehemaligen Pflegeanstalt Rheinau.


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geb. 1948, Dr. phil., leitete von 1984 bis 2013 die Stadtbibliothek Schaffhausen. Seit 2015 ist er Redaktor der «Schaffhauser Beiträge zur Geschichte», herausgegeben vom Historischen Verein des Kantons Schaffhausen.


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Besprechungen

«In der Tat liefert die soeben im Chronos-Verlag erschienene Neuausgabe von ‹Die Schizophrenie› nicht zuletzt wertvollen Aufschluss über den Umgang mit psychisch erkrankten Mitmenschen vor 100 Jahren. […] Zur schrittweisen Enttabuisierung der psychischen Erkrankungen, ihrer Behandlung und Rezeption durch die Gesellschaft gehört auch der wissenschaftliche Blick auf zurückliegende Ereignisse und Methoden wie ihn ‹Die Schizophrenie› fast modellhaft ermöglicht. Dies ist allerdings nur dank profunder Kommentare von René Specht (Biografie), Alfred Richli (Mundart), Paul Hoff (psychiatrische Einschätzung) möglich sowie vor allem von Katrin Luchsinger, die sich dem Phänomen psychischer Erkrankungen seit einigen Jahren von kunsthistorischer Seite annähert und neue Aspekte aufzeigen kann.»

Andreas Schiendorfer, Schaffhauser Nachrichten, 11.10.22