Erziehen, erfassen, erforschen

Kontinuität und Wandel der stationären Erziehung im 20. Jahrhundert am Beispiel des Landerziehungsheims Albisbrunn

Historische Bildungsforschung, Band 15
Gebunden
Erscheint im Mai 2024. ca. 192 Seiten, ca. 25 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1755-8
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Erziehung und Gewalt, Fürsorge und Zwang – stationäre Erziehung war und ist anfällig für Grenzüberschreitungen in der Auseinandersetzung mit den ihr anvertrauten Kindern und Jugendlichen. Diese Spannungen zwischen Zuwendung und den Grenzen des eigenen Handelns lassen sich vielfach beobachten: zwischen pädagogischen Programmen, medialer Berichterstattung, alltäglichen Problemen, gesetzlichen Vorgaben und disziplinarischen Logiken.
Der vorliegende Band legt die Befunde des Teilprojekts «‹Grammatik› der stationären Erziehung» des NFP 76 vor. Neben der Präsentation der Institutionengeschichte des Landerziehungsheims Albisbrunn untersucht er Konzepte von Jugend in anderen Reformschulen. Diskutiert werden zudem die Fremdplatzierungspraktiken bei jugendstrafrechtlich eingewiesenen Knaben, die Dynamik und Wirkung der psychopathologischen Expertise im Heim sowie der Professionalisierungsprozess des Heimerzieher:innenberufs. Die Analysen zeigen, dass der Fall Albisbrunn auch auf andernorts zu beobachtende Problemfelder verweist: Finanzierung, Erziehungspraktiken, Kampf gegen Drogen, Bedeutung von Gutachten, Diagnosen und Gesetzen, Fremdplatzierungspraktiken, Umgang mit Entweichungen oder Kooperation mit Behörden. Die Beiträge beleuchten die personellen, institutionellen und gesetzlichen Verflechtungen sowie das in Netzwerken zirkulierende Wissen zur stationären Erziehung. Das Heim in Hausen am Albis war mit seinen Bemühungen und Praktiken kein Einzelfall.


studierte Erziehungswissenschaft an der Universität Basel und promovierte im Rahmen eines Nationalfondsprojekts zum Themenbereich «Fürsorge und Zwang» an der Universität Zürich.


Bücher im Chronos Verlag


Jona T. Garz lehrt und forscht an der Universität zur Geschichte und Gegenwart von Bildung mit Schwerpunkt auf Fragen zu (A-)Normalität und Diversität.


Nives Haymoz verfasste ihre Masterarbeit im Rahmen des NFP 76. Aktuell ist sie in der Umweltbildung tätig.


studierte Pädagogik, Psychologie und Geschichte an der Universität Bern; 2003–2007 Forschungsleiter an der Pädagogischen Hochschule FHNW in Aarau. Seit 2008 ist er Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Zürich.


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