Faustmanns Hypsometer und andere seltsame Instrumente zur Vermessung der Welt
Gebunden
Erscheint im März 2023. ca. 160 Seiten, ca. 47 Abbildungen s/w., ca. 57 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1710-7
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Kann man Tornadogeschwindigkeiten mit Hühnern messen? Waren Modelle von unfassbar schnell fliegenden Enten eigentlich Opiumgewichte? Was fängt man mit einem «Centi-Maître-d’Amour» an? Diese wichtigen Fragen des Lebens lassen sich klären. Sie helfen nachzudenken, was Messen eigentlich bedeutet und welche Zumutung es manchmal darstellt. Die Reise führt uns zu seltsamen Messgeräten: von der Seelenwaage des altägyptischen Totenbuchs bis zur modernen Normierung der Eidotterfarbe.
«Der Mensch ist das Mass aller Dinge.» Denn er hat das Messen für sich erfunden. Alle Lebewesen messen auf die eine oder andere Art, bewusst oder unbewusst, aber der Mensch hat sein Messen zu einer Kultur entwickelt, die heute eine die Gesellschaft dominierende Stellung eingenommen hat. Alles nur Denkbare wird vermessen, quantifiziert und anschliessend bewertet. Die Messmethoden sind teils skurril, teils naiv und verwunderlich.
Die Messung dient der Vereinfachung und Regulierung in Streitfragen des Zusammenlebens und auch der individuellen Disziplinierung. Basierend auf Messungen spielt sich ein Grossteil unseres Zusammenlebens in «rankings» ab. Die grösste Pizza, der fleissigste Torschütze und die meisten Legosteine. Sind diese Kategorien noch einfach messbar, so scheiden sich beim Vermessen von Kunst, Schönheit und Ideenreichtum oder Innovation die Geister. Messung ist Welterklärung. Was nicht messbar ist, existiert nicht. So werden auch Märkte geschaffen und begrenzt. Seit je bedient sich deshalb der Mensch originellster Methoden, um zu messen, seine Welt zu erfassen und damit vermeintlich zu beherrschen. Die mathematische Auswertung der Messungen hilft ihm die Welt zu normieren und – in aller Regel – auf sich selbst zu beziehen.

wurde 1991 als Professor für Pharmazeutische Chemie an die ETH Zürich berufen. Er ist Präsident des Schweizerischen Wissenschaftsrates, hat zwei Start-Up-Unternehmen mitgegründet und ist Autor und Herausgeber zahlreiche Artikel und Bücher zur Arzneimittelforschung. Von 2004 bis 2015 leitete Gerd Folkers das Collegium Helveticum und erweiterte sein Publikationsspektrum. Von 2016 bis zu seiner Emeritiertung im Juli 2018 war er Professor für Wissenschaftsforschung mit dem Schwerpunkt Pharmazie und engagierte sich in der critical thinking Initiative der ETH Zürich.


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