«Suisse Langenthal» stand einst für ein florierendes Unternehmen: Die Porzellanfabrik Langenthal schaffte es im 20. Jahrhundert vom fragilen Startup zum scheinbar unverwüstlichen Volksgut. Der Niedergang kam schleichend und endete dramatisch. 120 Jahre nach der Gründung erscheint Langenthaler Porzellan als Mythos und Kulturgut, um das noch immer gerungen wird. Bis heute gehen Gerüchte um, blühen die Narrative. Sie erzählen davon, wie die einst stolze Porzellanfabrik zum Opfer eines Managements geworden sei, das in entscheidenden Momenten versagt habe. Hartnäckig hält sich auch das Gerücht, Langenthal sei im Zweiten Weltkrieg ein «Nazi-Nest» gewesen – und die Porzellanfabrik ein Schauplatz schauerlicher Geheimpläne. Was davon stimmt?
«Glanz und Elend der Porzellanindustrie. Eine Langenthaler Weltgeschichte» ist die erste umfassende Darstellung der Unternehmensgeschichte. Der Anspruch reicht jedoch darüber hinaus. Das Buch zielt auf eine Verknüpfung von wirtschafts-, sozial- und kulturhistorischen Perspektiven auf die Porzellanindustrie und die Bedeutung von Porzellan in der Schweiz vom späten 19. bis ins frühe 21. Jahrhundert.
Von Mut und Zerbrechlichkeit, von Aufstieg und Niedergang, von Triumph und Trauma handelt diese Geschichte. Es ist auch die Geschichte der Gründerfamilie Spychiger, die es in Langenthal zu einer Porzellan-Dynastie im Kleinformat brachte. Die Publikation stützt sich auf Quellen aus dem Unternehmensarchiv, das sich bis heute auf dem Fabrikareal befindet. Rund siebzig Laufmeter Dokumente, die für dieses Buch erstmals systematisch konsultiert worden sind.
«Mit dieser ausführlichen Geschichte zur Porzellanherstellung und Industrie in Langenthal schließt der Autor eine Lücke in der Schweizer Unternehmensgeschichte und holt damit die bewegte Geschichte der Schweizer Porzellanindustrie vor den Vorhang. Ein wertvoller Beitrag zu einem bedeutenden Schweizer Unternehmen, das an verschiedenen Ursachen scheiterte, nicht zuletzt an zeitbedingten Änderungen von Geschmack und Vorlieben vieler privater Endverbraucher!»
«Bis heute ranken sich Gerüchte um die Fabrik, die einst Langenthal prägte […]. Für sein neues Buch ‹Glanz und Elend der Porzellanindustrie› ist Meier diesen Gerüchten auf den Grund gegangen und hat die Geschichte der Fabrik rekonstruiert – von der ersten Tasse im Jahr 1908 über die Übernahme durch eine tschechische Investorengruppe 2003 bis zur heutigen Existenz als Handelsbetrieb. Dafür hat er tief im verstaubten Unternehmensarchiv gewühlt – im Obergeschoss der ehemaligen Fabrik, wo immer noch ein alter Kronleuchter aus Porzellan in einer Ecke liegt. In Protokollen und Geschäftsberichten hat Meier explizit nach Verflechtungen zwischen der Fabrik und Nazideutschland gesucht.»