Inmitten des Hirtenlandes findet man sogar ein kleines Theater

Das Theatralitätsgefüge der Region Schwyz im 19. Jahrhundert

Theatrum Helveticum, Band 22
Gebunden
Erscheint im Mai 2023. ca. 380 Seiten, ca. 18 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1723-7
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Mit einem betont breiten Verständnis nähert sich die Studie dem Theatralitätsgefüge der katholisch-­ländlichen Region Schwyz. Sie bringt die Vielfalt der Theaterformen nicht auf einen Nenner, sondern lässt in deren Nebeneinander verschiedene gesellschaftliche Modelle und Wert­ordnungen aufleuchten. Zwischen «Hirtenland» und «Kunsttheater», zwischen Mythos und Aufbruch in die Moderne steht das Dazwischen, in dem sich die Region im 19. Jahrhundert befand.
Im Kontinuum zwischen Lebens- und Kunsttheater fächert die Untersuchung zahlreiche öffentliche Schau- und Zeigevorgänge auf. In diesem Dazwischen offenbaren sich verschiedene Bedeutungen dieser Vorgänge, es stehen mögliche Gesellschaftsformen und Werteordnungen nebeneinander, die verhandelt und ausgehandelt wurden. Allen Vorgängen eigen ist, dass sie in diesem gesellschaftlichen Kontext nicht (mehr) in voller Konsequenz wirkten, sondern einem Ausprobieren gesellschaftlicher Modelle dienten. So konnte auf Landsgemeinden oder Wallfahrten, an Bischofsempfängen oder in Festspielen die Welt der Vorväter, die Einheit von Religion, Politik und Leben, nochmals aufleben, während man ebenso eine verfeinerte bürgerliche Kultur pflegen oder gesellige Feste mit kantonalem oder freundeidgenössischem Charakter feiern konnte. Nicht zuletzt zeigen verschiedene, mit Theatermitteln ausgedrückte Störungen, wie labil und verhandelbar die bestehenden Ordnungen waren.
Entstanden ist eine Studie, die erstmals eine Übersicht über alle szenischen Vorgänge einer katholisch-ländlichen Region im 19. Jahrhundert gibt.

ist promovierter Theaterwissenschaftler und beschäftigt sich insbesondere mit dem Überschneidungsbereich von Theater- und Kulturwissenschaft. Er unterrichtet an der Kantonsschule Kollegium Schwyz und arbeitet als freier ­Theaterschaffender.

 


Aufsätze im Chronos Verlag

Diese Buchreihe fördert die Publikation von Texten zur Grundlagenforschung in der Theaterwissenschaft. In Aufsatzbänden bleibt bei einer Vielfalt der Gegenstände auch eine methodische Variationsbreite gewahrt. Sie bereiten als Sondierungen das Terrain für Monografien vor, für historische Längsschnitte, in denen eine Theaterform über einen längeren Zeitraum untersucht, und für historische Querschnitte, in denen das Nebeneinander, die Wechselwirkungen verschiedener Theaterformen in einem relativ kurzen Zeitraum erforscht werden