Management ist seit den 1950er Jahren zum Zauberwort des Westens geworden. Gleichzeitig mit den industrialisierten Ländern Europas ist die Schweiz zum Infiltrationsraum eines amerikanischen Wissenssystems geworden, das unsere Arbeits- und Konsumgewohnheiten zunehmend prägt und die helvetische Sozialpartnerschaft ideologisch mitträgt. Anfänglich von einer kleinen Protagonistengruppe ins Land geholt, dringt das Managementdenken heute in unser Alltagsleben und unsere Alltagssprache ein: aus dem Personalchef wird ein Personnel Manager, aus dem Verkäufer ein Sales Manager, aus dem Buchhalter ein Controller.
Die Verwissenschaftlichung der Betriebsführung hat seit ihren Anfängen im späten 19. Jahrhundert zwei gesellschaftsrelevante Dimensionen: die Effizienz betrieblicher Produktion zu steigern und divergierende Interessen zwischen Arbeitern und Unternehmern auszugleichen. Management bestimmt so das Verhalten der Kader wie der Angestellten. Dieses Buch macht sich zur Aufgabe, Verbreitung, Weiterentwicklung und Auswirkungen dieses Wissenssystems im Kontext der gesellschaftlichen Entwicklung der Schweiz aufzuzeigen.