Vom Umgang mit einem multiplen Tier

Eine Ethnografie wölfischer Präsenz in der Schweiz

Zürcher Beiträge zur Alltagskultur, Band 29
Broschur
Erscheint im Oktober 2022. ca. 512 Seiten, ca. 52 Abbildungen farbig und sw.
ISBN 978-3-0340-1669-8
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Wölfe sind seit mehr als 25 Jahren zurück in der Schweiz. Ihre Rückkehr ist nicht nur ein ökologischer, sondern auch ein kultureller und sozialer Prozess. Sie führt zu einer Vielzahl von Positionsbezügen und Formen des Umgangs mit den lange abwesenden Wild­tieren. Die vorliegende Studie richtet den Blick auf die gesellschaftliche Aushandlung der Präsenz von Wölfen auch jenseits von Landwirtschaft, Naturschutz und dem ­Management der Behörden.
Das untersuchte Netzwerk als Assemblage verstehend, folgt die als multi-sited ethnography angelegte Studie verschiedenen Spuren und schafft sich so reflexiv ihr Feld, das von der Präparationswerkstatt bis zum Genetiklabor, vom Kinderbuch bis zu den sozialen Medien und von der Wolfsexkursion bis zur Parlamentsdebatte reicht. In der Analyse der Daten werden kulturelle Logiken des gesellschaftlichen Umgangs mit wölfischer Präsenz diskutiert. Hierbei wird Natur, wie Wölfe sie verkörpern, in Relation zu Schlüsselkategorien wie Wissen, das «Andere», Emotion und Raum beschrieben. Darüber hinaus analysiert die Studie multiple Formen der «Kooperation in der Differenz», die sich im Konfliktfeld der Wolfsrückkehr bei aller Konkurrenz und Heterogenität von Wissensbeständen und Positionen dennoch finden.

hat Kulturanthropologie und Geschichte studiert und 2021 an der Universität Zürich promoviert. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Mensch-Umwelt-Beziehungen und alpine Räume.

In dieser Publikationsreihe des Instituts für Populäre Kulturen der Universität Zürich stehen Dissertationen im Vordergrund. Die Beiträge sind einem alltagskulturellen Zugang verpflichtet und umfassen historische und gegenwartsbezogene Probleme, Ethnografien von ländlichen und urbanen Lebenswelten, theoretische Diskussionen sowie Analysen konkreter Objekt- und Symbolkulturen.