Rauchen in der Pulverfabrik

Friedrich Dürrenmatts politisches Denken im Kalten Krieg

Gebunden
Erscheint im September 2021. ca. 304 Seiten, ca. 2 Abbildungen s/w., ca. 3 Farbabbildungen
ISBN 978-3-0340-1638-4
  • Kurztext
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Als einer der weltweit meistgelesenen deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts prägte Friedrich Dürrenmatt den politischen Diskurs seiner Zeit mit. Seine Schaffenszeit deckt sich ziemlich genau mit der Zeit des Kalten Kriegs. Am ideologischen Konflikt der beiden Supermächte entzündete sich sein politisches Denken. Dürrenmatt spielte mit den kollektiven Ängsten seiner Zeit und verwandelte die zeitgenössischen Bilder und Ideologien durch die Kraft seiner Imagination. Er prägte das Bonmot von der Welt als einer Pulverfabrik, in der das Rauchen nicht verboten ist. Im Kalten Krieg hätte ein einziger Zündfunke eines Wahnsinnigen genügt, um das atomare Pulverfass in die Luft zu jagen und die Erde in eine strahlende Wüste zu verwandeln. Für Dürrenmatt ist die Metapher aber auch ein Sinnbild für die Sprengkraft des kritischen Denkens.
Das Buch zeigt, wie Dürrenmatt die Narrative und Denkmuster des Konflikts literarisch verarbeitete, und verfolgt seine Suche nach einem «dritten Weg» jenseits der ideologischen Konfrontation. Bereits zu Lebzeiten galt sein Theaterstück «Die Physiker» von 1962 als die Parabel auf den Kalten Krieg. Die Entwicklung seines literarischen Schreibens und politischen Denkens wird an ausgewählten Theaterstücken, Hörspielen, Erzählungen, Essays und Reden aus dem Zeitraum von 1945 bis 1990 analysiert.

geboren 1981, studierte an den Universitäten Bern und Luzern Philosophie, Geschichte und Ethnologie. Er war als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Centre Dürrenmatt Neuchâtel tätig und promovierte mit der vorliegenden Arbeit an der Universität Lausanne.