Mitgestalten, anpassen, bestehen

Das Seminar Unterstrass und der Wandel in der Lehrer*innenbildung im Kanton Zürich im 19. und 20. Jahrhundert

Historische Bildungsforschung, Band 10
Gebunden
Erscheint im Oktober 2021. ca. 336 Seiten, ca. 20 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1619-3
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Das Seminar Unterstrass, ein privates Lehrerseminar im Kanton Zürich, stand in seiner über 150-jährigen Geschichte wegen grundlegender Veränderungen im Lehrerbildungssystem mehrfach vor grossen Herausforderungen. Die vorliegende historische Analyse konzentriert sich auf drei Brennpunkte: die Gründungsphase um 1870, die 1930er-Jahre, als im Kanton Zürich eine Tertiarisierung der Lehrer*innenbildung und damit eine Trennung von Allgemein- und Berufsbildung angestrebt wurde, und die 1990er-Jahre, als die schweizerischen Lehrerseminare in pädagogische Hochschulen überführt wurden. Als private, christliche Lehrer*innenbildungsstätte bewegte sich das Seminar Unterstrass im Kontext von bildungspolitischen Einflüssen, kirchlichen Ansprüchen und finanziellen Herausforderungen. Die Bildungspolitik definierte die Rahmenbedingungen für private Bildungsinstitutionen, die christliche Gemeinschaft bot finanzielle und personelle Unterstützung. Daneben bestand eine der Hauptsorgen darin, genügend Seminarist*innen aufnehmen und so den Schulbetrieb finanzieren zu können. Der Direktor und der Vorstand des Seminars wandten verschiedene Strategien an, um die Probleme zu bewältigen. Neben Anpassungen im Schulprofil, etwa bei den Aufnahmekriterien oder der religiösen Ausrichtung, gehörten dazu vielfältige Formen des Lobbyings.

studierte Pädagogogik, Psychologie und Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Zürich; 2012–2018 Dozentin für allgemeine Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Luzern, seit 2017 Dozentin für Natur, Mensch, Gesellschaft am Institut Unterstrass, Zürich.