Bildung als Verantwortung

Anregungen für Unterrichtende und alle, die sich mit Literatur beschäftigen

Gebunden
Erscheint im Juni 2021. ca. 480 Seiten
ISBN 978-3-0340-1626-1
  • Kurztext
  • Autor/in

Das Buch beleuchtet Aspekte von Bildung, die zurzeit eher wenig beachtet werden. Es nennt Zielsetzungen, welche sich an der Gestaltung eines «gelingenden Lebens» orientieren, und fragt nach Möglichkeiten der Annäherung an sie. Besonders richtet es die Aufmerksamkeit auf den Umgang mit Literatur: Welche Chancen zeichnen achtsames Lesen aus, und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Wahl von Texten? Es werden auch Werke vorgestellt, die wichtige Themen veranschaulichen und sich für die Lektüre im Unterricht eignen. «Bildung» wird hier in einem weiten Sinn als ein Vorgang verstanden, der uns Menschen und unser Verhältnis zueinander und zur Welt formt. Irgendwelche Bildung geschieht immer und überall. Um positive Entwicklungen zu fördern, gilt es die Vielfalt bildender Wirkungen ins Bewusstsein zu heben. Dabei tauchen ungewohnte Zusammenhänge wie derjenige zwischen Bildung und Bildern auf. Es ist aber auch an solche zu erinnern, deren Bedeutung bekannt sein dürfte und die dennoch gerne übergangen werden: Bezüge etwa zwischen Bildungsprozessen und der ganzheitlichen Entwicklung von Personen und deren Zugang zu Ressourcen und Resilienz. Anders als bei der Konzentration auf «Kompetenzen» (Skills) und quantitative Messbarkeit kommt es bei einer differenzierteren Sicht von Bildung mindestens so sehr auf Inhalte an. Entsprechend dem hier vertretenen humanistischen Menschenbild wird die Aufmerksamkeit weniger auf die Förderung der ökonomischen Brauchbarkeit von Menschen gerichtet als vielmehr auf eine Bildung, welche auch Aspekte wie Selbstkenntnis und die Verwurzelung in Zeit und Geschichte berücksichtigt. Solche Bildung, bei der das Lesen eine besondere Rolle spielen kann, hilft, auch mit den Schattenseiten des Lebens zurechtzukommen und sich konstruktiv und engagiert an ihm zu beteiligen.

geb. 1945 in Zürich, Studium in Zürich und Paris. Dissertation: «Das Phänomen der Angst bei Franz Kafka» (1975). Bis 2006 Lehrer für Deutsch, Philosophie und Psychologie sowie Schüler- und Elternberater an einem Zürcher Gymnasium.