Auf die Wartebank geschoben

Der Kampf um die politische Gleichstellung der Frauen in der Schweiz seit 1900

Gebunden
2020. 296 Seiten, 7 Grafiken, 40 Tabellen
ISBN 978-3-0340-1605-6
CHF 38.00 / EUR 38.00 
  • Kurztext
  • Autor/in
  • Einblick
  • In den Medien
  • Service

1971 war die Schweiz weltweit eines der letzten Länder, die das Frauenstimmrecht einführten. Die Publikation gibt einen Überblick über die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen um das Frauenstimmrecht und beleuchtet die Hintergründe, welche die Schweiz im europäischen Vergleich zum «gleichstellungspolitischen Sonderfall» machten. Abschliessend wird der Einstieg der Frauen in die Schweizer Politik und die Entwicklung ihrer Vertretung auf Bundes- und Kantonsebene während der letzten fünfzig Jahre analysiert.
Die Aufklärung und die Französische Revolution postulierten die Gleichheit aller Menschen, doch in der Praxis wurden die Frauen wie selbstverständlich von der politischen Partizipation ausgeschlossen. Die Schweiz führte das Männerstimmrecht vergleichsweise früh ein (1848), in Sachen Frauen­stimmrecht kam man jedoch bis in die 1960er-Jahre nicht vom Fleck. Dies hatte mit der konservativen politischen Kultur zu tun, aber auch mit der unwilligen Elite, namentlich dem Bundesrat, der Parlamentsaufträge jahrzehntelang ignorierte. Die Gegner des Frauenstimmrechts nutzten zudem die Mechanismen der direkten Demokratie gekonnt für ihre Zwecke.
Nach der Einführung des Frauenstimmrechts 1971 ging es im Nationalrat und in den Kantonsparlamenten mit der Frauenvertretung relativ zügig voran. Es brauchte aber mehrfach den Druck von aussen, in den frühen 1990er-Jahren den Frauenstreik und den Brunner-Effekt, den zweiten Frauenstreik sowie weitere Aktivitäten der Zivilgesellschaft bei den jüngsten Wahlen.

studierte Philosophie, Schweizer Geschichte und Staatsrecht und promovierte zum Thema politische Kultur. Er leitete während fast zwanzig Jahren im Bundesamt für Statistik die Sektion «Politik, Kultur, Medien».

Pressestimmen

«Werner Seitz beleuchtet in Auf die Wartebank geschoben gekonnt, wieso es sich lohnt, beharrlich an gesetzten politischen Zielen festzuhalten und diese gegen alle Widerstände zu verteidigen. Die Publikation verschafft einen Überblick über Vorurteile und Anfeindungen, denen sich Schweizerinnen jahrzehntelang ausgesetzt sahen, und erklärt, warum der Schweizer Sonderfall sich so lange hinzog. Ein Buch für alle, die immer schon verstehen wollten, warum die Geschichte des hiesigen Geschlechterkampfes solch eine komplizierte war – und gleichzeitig ein lehrreiches Stück Demokratiehistorie über die Schweiz hinaus.»

Beitrag

Schweizer Monat, Februar 2021, Redaktion

«Das umfassendste und kompetenteste aktuelle Werk zum Thema, wissenschaftlich akribisch recherchiert und dennoch gut lesbar geschrieben. Empfiehlt sich für Lesende, die in die Tiefe gehen wollen.»

Beitrag

Tele Basel, 3. Februar 2021

«Das Buch von Werner Seitz [...] beschreibt den Kampf um die politische Gleichstellung bis in die Gegenwart, wobei ich das Spannendste die Schilderung der Zeit um 1900 herum fand. Es gelingt ihm eine recht kurze, aber keineswegs vereinfachende Darstellung vieler massgebender Figuren und Vereine und der sich widersprechenden Tendenzen. [...] Das Buch liest sich leicht und hat auch viele Fakten in Tabellenform.»

p.s. 26. Februar 2021, Koni Loepfe

«Kommt hinzu, dass der Mann an seinen politischen Privilegien hing. ‹Die Konstruktion der republikanischen Männlichkeit – und damit verbunden der Ausschluss der Frauen aus der Politik› sei in der Schweiz besonders ausgeprägt gewesen, wie Werner Seitz in seinem Buch ‹Auf die Wartebank geschoben› erläutert. Die männerbündlerischen Gründungsmythen der Eidgenossenschaft seien eng mit der herrschenden Ideologie verflochten gewesen. Laut Seitz hat sich auch die Einbindung der Frauen ins öffentliche Leben als kontraproduktiv erwiesen: Die dienende Rolle als Gattin, Hausfrau und Mutter wurde ins Öffentliche erweitert und die politische Unmündigkeit der Frau auf diese Weise zementiert.»

Vollständiger Beitrag

Radio Pilatus, 7. Februar 2021

«50 Jahre Frauenstimmrecht in der Schweiz: Das Thema erzielt im Gespräch mit Ausländern immer wieder Heiterkeitserfolge. Ausgerechnet die zweitälteste Demokratie der Welt gewährte als eines der letzten Länder weltweit Frauen ihre vollen Bürgerrechte. Sogar Dschibuti und Kiribati waren früher – und die meisten islamischen Staaten.»

Vollständiger Beitrag

Unter-Emmentaler, 4. Februar 2021, Irene Widmer

«Als Folge des Ersten und Zweiten Weltkrieges kamen weitere wichtige Faktoren im Kampf für das Frauenstimmrecht hinzu: Dazu gehören, so der Schweizer Politologe Werner Seitz, die Idee des Neuanfanges und einer gewissen Dankbarkeit der Männer den Frauen gegenüber nach den Kriegsjahren. Der langjährige Leiter der Sektion Politik, Kultur, Medien im Bundesamt für Statistik ist Autor eines neu erschienen Buches zum Kampf um das Frauenstimmrecht in der Schweiz.»

Vollständiger Beitrag

swissinfo.ch, 7. Februar 2021, Bruno Kaufmann

«Der Politikwissenschaftler Werner Seitz, der während zwanzig Jahren beim Bundesamt für Statistik die Sektion Politik, Kultur und Medien leitete, hat zum Jubiläum des Frauenstimmrechts das Buch Auf die Wartebank geschoben veröffentlicht. In dieser gut verständlichen Zusammenstellung der Abstimmungs- und Wahlergebnisse wird schnell klar: Nur wenige Jahre nach 1971 folgte eine eigentliche Kaskade von Vorlagen zur gesellschaftlichen Gleichberechtigung der Frauen.»

Vollständiger Beitrag

WOZ, 4. Februar 2021, Kaspar Surber

«Wie funktionierte das mit den kantonalen Abstimmungen zum Frauenstimmrecht? Welche Argumente wurden ins Spiel gebracht? Welche Rolle spielten die Europäische Menschenrechtskonvention oder die Vorlage zum Zivilschutzdienst von 1957 bei der Durchsetzung des Frauenstimmrechts? Alle diese Fragen beantwortet Werner Seitz [...] in seiner chronologischen Darstellung – mit viel statistischem Zahlenmaterial, ohne sich hinter diesem zu verstecken.»

SonntagsZeitung, 24. Januar 2021

«Von Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute: Warum war die Schweiz in Europa ein ‹gleichstellungspolitischer Sonderfall›? Und wie ging es nach 1971 weiter? Werner Seitz zeigt historische Zusammenhänge auf und erklärt, wie sich die GegnerInnen des Frauenstimmrechts die direkte Demokratie zunutze machten.»

Sonntags-Blick, Magazin, 24. Januar 2021

«Gottlieb Duttweiler, Gründer der Migros, [...] vehementer Befürworter des Frauenstimmrechts 1945: ‹Was mich sehr berührt hat, ist die traditionelle Heiterkeit, die sich so gelegentlich spürbar macht, wenn man vom Frauenstimmrecht spricht›, sagte Duttweiler. ‹Aber es ist schweizerische Tradition. Es ist wahrscheinlich einer unserer berühmten Fehler, wie die Heiligkeit des Schnapshafens, das Bankgeheimnis (…) und ähnliche Eigentümlichkeiten unserer Eidgenossenschaft. Es ist irgendwie etwas Schlimmes hinter dieser Heiterkeit.› Fast achtzig Jahre ist das her, und auch wenn man keine Ahnung mehr hat, was ein Schnapshafen ist, so weiss man sofort, was Duttweiler mit der ‹Heiterkeit› meint. Dieses schmierige, männerbündlerische Lachen und Glucksen, das Schweizer Männer (und nicht nur sie) für Frauen manchmal übrig haben. Das Duttweiler-Zitat stammt aus dem neuen Buch von Werner Seitz.»

Tages-Anzeiger Magazin, 16. Januar 2021, Kolumne von Philipp Loser

«Wie eine männerbündlerische Kultur und die Referendumsdemokratie die Einführung des Frauenstimmrechts verhinderten. Am 6. Juni 1971 durften die Schweizerinnen erstmals an die Urne. Weshalb die Einführung des Frauenstimmrechts in einer der ältesten Demokratien der Welt so lange gedauert hat.»

Vollständiger Beitrag

NZZ, 24. November 2020

«Das soeben erschienene Werk von Werner Seitz Auf die Wartebank geschoben. Der Kampf um die politische Gleichstellung der Frauen in der Schweiz seit 1900 widmet sich der Geschichte des Frauenstimmrechts in der Schweiz und der Entwicklung der Frauenrepräsentation in Parlament und Regierung nach 1971. Eingangs wird ein ideengeschichtlicher Überblick über das Paradox der Aufklärung und der Französischen Revolution gegeben, welche zwar die Gleichheit aller Menschen postulierten, in der Praxis aber die Frauen wie selbstverständlich von der politischen Partizipation ausschlossen. Darauf werden detailliert die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen um das Frauenstimmrecht in der Schweiz dargestellt und die Hintergründe beleuchtet, welche die Schweiz im europäischen Vergleich zum ‹gleichstellungspolitischen Sonderfall› machten.»

Vollständiger Beitrag DeFacto

Übernommener Beitrag higgs.ch

DeFacto, Dezember 2020