Heinrich Federer

In und um Italien

Plaudereien, Reisebriefe und Erzählungen

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Anna Fattori, Corinna Jäger-Trees, Simon Zumsteg

Schweizer Texte, Neue Folge, herausgegeben von Corinna Jäger-Trees, Dominik Müller, Mireille Schnyder, Hellmut Thomke, Peter Utz, Christian von Zimmermann, Band 43
2015. 360 S., 57 Abb. Geb. CHF 48.00 / EUR 46.00
ISBN 978-3-0340-1277-5

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Kurztext

«Wo liegt Italien?» Weder echte noch Sesselreisende stellen sich diese Frage wirklich – die Antwort scheint einem nach Süden blickenden Publikum eigentlich selbstverständlich, hat doch ein nach Italien orientiertes Bildungsbürgertum um 1900 durchaus noch Reiserouten und Bilder Goethe’scher Prägung vor Augen. Der zu Unrecht in Vergessenheit geratene Innerschweizer Schriftsteller Heinrich Federer (1866–1928) hingegen hat sich diese Frage im Lauf seiner zahlreichen Reisen und Wanderungen durch die Südschweiz und Italien immer wieder gestellt.
Die im vorliegenden Band versammelten Texte zeugen von Federers intensiver Auseinandersetzung mit dem Kulturraum südlich der Alpen, insbesondere mit Italien. Sein Blick auf das Fremde ist geschärft und vielschichtig. Er erschliesst in seinen Texten über die konventionelle Wahrnehmung des südlichen Nachbarn als Ort der Kunst, der Ästhetik, der harmonischen Natur und als Land der Sehnsucht hinaus neue Dimensionen.
Die tradierten Bilder werden nicht unreflektiert übernommen, vielmehr findet in mancherlei Hinsicht ein Perspektivenwechsel statt, der Unkonventionelles ins Zentrum zu stellen weiss und ­im Kontext der Fremderfahrung auch das Eigene kritisch hinterfragt. So liegt denn das wahre Italien gerade nicht wie üblich in den kulturellen Zentren, sondern in Umbrien, abseits von den Touristenströmen, in den kleinen Dörfern Mittelitaliens – dem einstigen Wirkungskreis von Franz von Assisi.