Hellmut Thomke (Hg.)

Johann Caspar Weissenbach: Eydgnoßsisches Contrafeth

Auff- vnnd Abnemmender Jungfrawen Helvetiae

Schweizer Texte, Neue Folge, Band 24
2007. 296 S., 12 Abb. Geb. CHF 58.00 / EUR 38.00
ISBN 978-3-0340-0810-5

Lieferbar | in den Warenkorb

Kurztext

Das bedeutendste barocke Drama der katholischen Schweiz, Johann Caspar Weissenbachs Eydgnoßsisches Contrafeth, wurde 1672 an zwei Spieltagen in Zug aufgeführt. 1673 erschien es in Zug im Druck; nach weiteren Aufführungen wurde es in Zug 1701 und 1702 in Luzern nochmals aufgelegt. Von einzelnen Teilen des Spiels sind auch noch spätere Aufführungen bezeugt. Das Contrafeth wird hier erstmals wieder ediert. Trotz seines ausgesprochen national-schweizerischen Charakters steht das Werk auch in enger Beziehung zum Jesuitentheater und zu den deutschen Barockdichtern Friedrich von Spee, Jakob Balde, Laurentius von Schnüffis u. a. Herausgewachsen aus der im wesentlichen durch Johannes Mahler begründeten Theaterkultur der Stadt Zug, wurde Weissenbachs Drama zum Spiegel eidgenössischer Geschichte aus der Sicht der katholischen Innerschweiz. Neben seiner allgemeinhistorischen, literatur- und theatergeschichtlichen Bedeutung ist es ein volkskundliches, musikgeschichtliches und theologisches Zeugnis des 17. Jahrhunderts. Darüber hinaus spiegelt es die schweizerische Sprachgeschichte, verwendete der Dichter doch bewussst eine nach der Standeszugehörigkeit der Figuren abgestufte Mischsprache aus gemeindeutscher Literatursprache und der eidgenössischen Landsprache. Die bäuerlichen Szenen bedienen sich der Mundart des innerschweizerischen Landvolkes und wirken neben den oft gestelzten Teilen in gehobener Sprache sehr lebendig.