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Neuerscheinungen
Irmgard M. Wirtz, Magnus Wieland (Hg.)

Paperworks
Literarische und kulturelle Praktiken mit Schere, Leim, Papier
Mit exklusiven Paperworks von Eugen Gomringer, Felix Philipp Ingold und Birgit Kempker


Schreiben auf Papier war lange Zeit so selbstverständlich, dass es kaum eigens beachtet wurde. Erst durch die Digitalisierung treten die spezifischen, literarischen und kulturellen Praktiken im Umgang mit diesem Beschreibstoff deutlicher hervor. Es zeigt sich dabei, wie das Papier oft nicht als neutrale Schreibfläche fungiert, sondern bestimmte Interaktionen hervorrufen, stimulieren oder auch [...]

Christoph Rauhut

Die Praxis der Baustelle um 1900
Das Zürcher Stadthaus

Im 19. Jahrhundert veränderte sich das Bauwesen weitreichend, dies zeigt sich vielfältig an der zentralen Produktionsstätte, der Baustelle. Insbesondere auf den Baustellen städtischer Gebäude, wie Wohnhäuser, Geschäftshäuser oder Schulen, wird erkennbar, dass es um 1900 eine Überlagerung von tradierten und neuen Verfahren und Ansätzen gab. Anhand der Baustelle des Zürcher Stadthauses, 1898–1901 [...]

Oliver Meier, Michael Feller, Stefanie Christ

Der Gurlitt-Komplex
Bern und die Raubkunst

Gross war das Erstaunen, als 2014 bekannt wurde, dass Cornelius Gurlitt sein Erbe dem Kunstmuseum Bern vermacht hatte. Gurlitts Vermächtnis ist die Konsequenz von Netzwerken und historischen Kontinuitäten, die bisher kaum ausgeleuchtet worden sind. Die Beziehungen der Gurlitt-Familie zur Schweiz, zu Bern vor allem, waren enger, als bisher bekannt. Im Kern ist der Fall Gurlitt ein Lehrstück. Er [...]

Peter Niederhäuser

Von der Adels- zur Dorfkirche
500 Jahre Kirche Turbenthal

Am Anfang steht eine Inschrift. Über der Innenseite des Chorbogens findet sich in gotisierenden Buchstaben der Hinweis, dass der Sakralbau 1510 angefangen, 1517 vollendet und 1703 erneuert worden sei. Damit gehört Turbenthal zu den letzten zürcherischen Kirchengebäuden vor der Reformation. Spätmittelalterliche Frömmigkeit und reformatorische Neuerungen gehen fast nahtlos ineinander über und geben [...]

Christian Keller

Visionen, Volkshetze, Betrügereien
Der Weg zum modernen Steuerstaat am Beispiel der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft (1833–1928)

Wer zahlt schon gerne Steuern? Gerade die Schweizer sind berühmt für ihre leidenschaftliche Abneigung, dem Staat zu geben, was er für sein Funktionieren einfordert. Man flucht, man stimmt nein, man wechselt den Wohnort oder hinterzieht. Im Ruf loyaler Steuerzahler standen die Eidgenossen nie. Dafür waren ihr Drang nach Freiheit und ihr instinktives Misstrauen gegenüber den Regierenden viel zu [...]

Tobias Senn

Hochkonjunktur, «Überfremdung» und Föderalismus
Kantonalisierte Schweizer Arbeitsmigrationspolitik am Beispiel Basel-Landschaft 1945–1975

In den Boomjahren der Nachkriegszeit entwickelte sich die Schweiz zu einem Einwanderungsland. Die Arbeitsmarkt- und Fremdenpolizeibehörden von Bund und Kantonen versuchten der sich rasant wandelnden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realität mit einem Spagat beizukommen. Sie wollten den steigenden Bedarf der Arbeitgeber an ausländischen ArbeiterInnen decken und gleichzeitig die Zuwanderung [...]

Stadtbibliothek Winterthur (Hg.)

Informierter Eigensinn
Die Literarische Vereinigung Winterthur von 1917 bis 2017

Neun gebildete Herren der guten Gesellschaft gründeten am 27. November 1917 die Literarische Vereinigung Winterthur mit dem Ziel, «im Kulturleben der Stadt Winterthur das Literaturgeschichtliche zu pflegen und die erzählende Dichtung wie auch die Poesie zu unterstützen». Seither hat sich die «Literarische» am Puls der Zeit weiterentwickelt: Längst ist sie nicht mehr nur in Männerhand, und mit [...]

Stefan Frey

Fromme feste Junker
Neuer Stadtadel im spätmittelalterlichen Zürich

Im Gebiet der heutigen Schweiz büsste der Adel – so das traditionelle Geschichtsbild – seine Bedeutung im Spätmittelalter rasch und vollständig ein. Neuere Untersuchungen zeichnen ein differenzierteres Bild und machen auf die fortdauernde Bedeutung von Adel und Adelskultur aufmerksam. Innerhalb der Führungsschichten der eidgenössischen Orte entstanden soziale Gruppen, die schon von Zeitgenossen [...]

Florian Keller

Botschafterporträts
Schweizer Botschafter in den «Zentren der Macht» zwischen 1945 und 1975

Champagner-Cocktails, herrschaftliche Residenzen, geheime Netzwerke – um kaum eine andere Berufsgattung in der öffentlichen Verwaltung ranken sich so viele Geschichten und Mythen wie um die der Diplomaten. Florian Keller porträtiert acht herausragende Botschafter, die die Schweiz in den mächtigsten Zentren der Welt vertraten. Wer waren diese Persönlichkeiten? Welche Karriere führte sie auf diese [...]

Lucien Criblez, Lukas Lehmann, Christina Huber (Hg.)

Lehrerbildungspolitik in der Schweiz seit 1990
Kantonale Reformprozesse und nationale Diplomanerkennung

Die Lehrerinnen- und Lehrerbildung hat sich durch die vollständige Integration in den Hochschulbereich seit den 1990er-Jahren grundlegend verändert. An sieben Fallbeispielen – Aargau, Bern, Freiburg, Genf, St. Gallen, Zug und Zürich – und auf der interkantonalen Ebene rekonstruiert der Band die Lehrerbildungspolitik für diesen Zeitraum. Im Zentrum der Analysen stehen die interkantonale und die [...]

Lucien Criblez, Christina Rothen, Thomas Ruoss (Hg.)

Staatlichkeit in der Schweiz
Regieren und verwalten vor der neoliberalen Wende

Verwalten und regieren verändern sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Teil grundlegend. Damit verbunden sind sowohl neue Erwartungen gegenüber dem Staat als auch die Transformation staatlicher Aufgaben. Während das politische Mehrebenensystem zunächst noch stabil ist, äussert sich eine gesellschaftliche und kulturelle Reformbereitschaft, die gerade das Verwaltungshandeln nachhaltig [...]

ViaStoria – Stiftung für Verkehrsgeschichte (Hg.)

Entlang der Wege und Strassen
Au long des chemins et des routes – Lungo percorsi e strade
Wege und Geschichte 2016/2


«An Verbindungswegen entstanden Siedlungen und Wehrbauten, Fabriken und Schlösser. […] Wege und Strassen lassen uns durch unsere Geschichte reisen, vom historischen Passhospiz bis zur Autobahnraststätte aus den 1970er-Jahren.» Oliver Martin, Bundesamt für Kultur «Au long des voies de communication sont apparus habitats et forteresses, fabriques et châteaux. […] Chemins et routes nous font [...]

Philippe Della Casa, Eckhard Deschler-Erb (Hg.)

Rome’s Internal Frontiers
Proceedings of the 2016 RAC Session in Rome

The Roman empire was subdivided into provinces that served as units for administrative purposes. But, what do we know of the boundaries of these provinces and of their internal structure? Not much. In order to better understand the nature and function of the empire’s internal frontiers, and to assess the territorial, social and economic structure of provincial organization, an international [...]

Lukas Schmid

Reinheit als Differenz
Identität und Alterität in Max Frischs frühem Erzählwerk

Die Studie untersucht die literaturwissenschaftlich noch wenig erforschten frühen Erzählwerke von Max Frisch, namentlich den Romanerstling «Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt» (1934), die längere Erzählung «Antwort aus der Stille» (1937) sowie die Romanfortsetzung der Reinhart-Geschichte «J’adore ce qui me brûle oder Die Schwierigen» (1943) und rekonstruiert deren Genese unter [...]

Juri Auderset, Andreas Behr, Philipp Müller (Hg.)

Zeiterfahrungen – Expériences de temps
Beschleunigung und plurale Temporalitäten – Accélération et temporalités plurielles
Traverse 2016/3


Diagnosen von Modernität treten nicht selten im Kleid von Beschleunigungsdiskursen auf. Ob von der «Tempogesellschaft», der «Gegenwartsschrumpfung» oder der «Verflüssigung des Raums» die Rede ist: immer ist es die Wahrnehmung einer beschleunigten Dynamik des sozialen Wandels, welche den Subtext für zeitdiagnostische Metaphern liefert. In diese Beschleunigungsmetaphern fliessen nicht zuletzt [...]

Anke Rees

Das Gebäude als Akteur
Architekturen und ihre Atmosphären

Nicht nur Menschen tun etwas mit Gebäuden – auch Gebäude tun auf ihre Art etwas mit Menschen. Wodurch und wann werden sie zu Akteuren? In welchen Konstellationen und wie entfalten sie Wirkmächtigkeit? Welche Handlungsspielräume in sich, in der Stadt und im Raum eröffnen und begrenzen sie? Diese Studie stellt am Beispiel der Schiller-Oper in Hamburg das «Atmosphären-Netzwerk-Modell» vor, welches [...]

Colette Halter-Pernet

Felix Hemmerli
Zürichs streitbarer Gelehrter im Spätmittelalter
Mit Übersetzungen aus dem Lateinischen von Helena Müller und Erika Egner Eid


Vereinsamt stirbt Felix Hemmerli in Klosterhaft bei Franziskanern in Luzern. Für den Sohn einer wohlhabenden Zürcher Bürger­familie, Doktor der namhaften Universität Bologna und einstigen Inhaber wichtiger Kirchenämter überrascht ein derartiges Ende. Hemmerlis Leben (1388–1458) fällt jedoch in eine unruhige Epoche, die durch die Konzile von Konstanz und Basel sowie den Alten Zürichkrieg geprägt [...]

Peter Huber

Fluchtpunkt Fremdenlegion
Schweizer im Indochina- und im Algerienkrieg, 1945–1962

Rund 2200 junge Schweizer Männer traten in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg trotz Verbot in die Fremdenlegion ein, um für die Kolonialmacht Frankreich fern von Europa in den Krieg zu ziehen. Was sie dazu bewogen hat, wie ihr Legionsalltag und wie das Leben nach der Heimkehr aus Fremden Diensten aussah, wird in diesem Buch eingehend thematisiert. Wer in die Welt dieser modernen Söldner [...]

Kevin Heiniger

Krisen, Kritik und Sexualnot
Die «Nacherziehung» männlicher Jugendlicher in der Anstalt Aarburg (1893–1981)

Die Zwangserziehungsanstalt Aarburg, 1893 gegründet, verfolgte den vordergründigen Zweck, jugendliche Straftäter getrennt von Erwachsenen zu verwahren. Der Anteil administrativer Versorgungen betrug allerdings von Beginn an rund die Hälfte aller Einweisungen. Kompetenzkonflikte kurz nach Anstaltseröffnung, Misshandlungsvorwürfe und die Suizide zweier Jugendlicher in den Jahren um den Ersten [...]

Alexandra Portmann

«The time is out of joint»
Shakespeares Hamlet in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien

Welche Rolle spielt das Theater im ehemaligen Jugoslawien angesichts starker politischer und ökonomischer Veränderungen seit den 1980er Jahren? Welche Reflexionsfolie bietet es für politische und kulturelle Fragen? Wie wird Theater tatsächlich zum bevorzugten Aushandlungsort unterschiedlicher Erinnerungsdiskurse? Anhand von sechs ausgewählten Inszenierungen von Shakespeares Hamlet gewährt [...]

Stefanie Leuenberger, Dominik Müller, Corinna Jäger-Trees, Ralph Müller (Hg.)

Literatur und Zeitung
Fallstudien aus der deutschsprachigen Schweiz von Jeremias Gotthelf bis Dieter Bachmann

Die Zeitung sei das Stiefkind der Literatur, wird oft behauptet. Der Band «Literatur und Zeitung» versammelt dagegen neue Belege dafür, dass die Literatur den Journalismus ebenso befruchten kann wie der Journalismus die Literatur. Gross ist die Zahl von Autoren der deutschsprachigen Schweiz, die – wie Gotthelf, Inglin, Loosli oder Frisch – zuerst als Journalisten an die Öffentlichkeit treten und [...]

Markus Brühlmeier

Mehl und Brot, Macht und Geld im Alten Zürich
Zur Kulturgeschichte des Brotes
Herausgegeben von der Zunft zum Weggen


Am Beispiel der Stadt Zürich wird in dem Buch die Geschichte von Mehl und Brot während der Zunftherrschaft von 1336 bis 1798 nachgezeichnet. Vom Todeskandidaten, der am Rennweg das letzte Stück Brot als Henkersmahlzeit erhielt, bis zur Armenspeisung zeigt das Buch in verschiedenen Facetten auf, wie Mehl und Brot, Macht und Geld zusammenhingen. Die Biografie eines schillernden Bäckers, der bis zum [...]

Lukas Zurfluh

Raum, Körper und Licht
Die Kirche St. Martin des Benediktinerkollegiums Sarnen (1961–1966)
Mit einem Bildessay von Karin Gauch und Fabien Schwartz


Wohl zu Recht wird die Kollegikirche in Sarnen als eine der Ikonen der Schweizer Kirchenbaugeschichte der 1960er-Jahre betrachtet. Ungeachtet ihres singulären Charakters standen dem Bau der jungen Architekten Joachim Naef und Ernst und Gottlieb Studer zwei wichtige Kirchenbauten der Nachkriegszeit Pate: Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp von Le Corbusier (1951–1955) und St. Felix und Regula in Zürich [...]

Carsten Goehrke

Lebenswelten Sibiriens
Aus Natur und Geschichte des Jenissei-Stromlandes

Auf Grund seiner gewaltigen Ausdehnung bildet Sibirien einen eigenen Subkontinent mit sehr unterschiedlichen Landschafts- und Wirtschaftszonen sowie einer Vielfalt von Ethnien und Kulturen. Gesamtdarstellungen vermögen daher seine Natur und Geschichte nur in begrenztem Maße adäquat zu erfassen. Das vorliegende Buch beschränkt sich auf einen regionalen Ausschnitt – das in der Mitte Sibiriens [...]

Georg Gotthart

Sämtliche Werke
Herausgegeben von Ralf Junghanns mit einer Einführung zu Leben und Werk
«Histori vom Kampf zwischen den Römern und denen von Alba»


Georg Gotthart (gestorben 1619) war Schlosser und Metallhändler in Solothurn – und Verfasser dreier Dramen, die von der Solothurner Bürgerschaft unter seiner Leitung öffentlich aufgeführt wurden: Die «Histori vom Kampf zwischen den Römeren und denen von Alba» (1584), «Ein schön lustiges Spil oder Tragedi von Zerstörung der grossen und vesten königlichen Statt Troia oder Ilio» (1598/99) und «Ein [...]

Daniel Brühlmeier, Philippe Mastronardi (Hg.)

Demokratie in der Krise
Analysen, Prozesse und Perspektiven

Alle Welt redet von Krise. Nun auch noch eine Demokratiekrise? Ist Demokratie Teil der Lösung oder Teil des Problems? Kranken die politischen Prozesse an sich selbst oder leiden sie unter äusseren Einflüssen aus Wirtschaft und Gesellschaft? Ist unsere Demokratie reformfähig? Hat sie eine Zukunft? Von ihrem Ideal her ist Demokratie unsere Hoffnung, all die anderen Krisen, in denen unsere [...]

Lorenz Engi

Menschenrechte in der Demokratie
Zur Grundrechtsdiskussion in der Schweiz

Die Menschenrechte sind in der politischen Debatte der Schweiz allgegenwärtig. Besonders bei Volksinitiativen heisst es häufig, diese verstiessen gegen die Menschenrechte. Doch vieles ist in dieser Hinsicht unklar. Gibt es die Menschenrechte als vorgegebene Normen, die politischer Verfügung entzogen sind? Oder unterliegen die Menschenrechte wie alles übrige Recht der demokratischen Entscheidung? [...]

Jean Gebser

Lass mir diese, meine Stimme
Erster Teil: Über Sprache, Dichtung und Dichter. Zweiter Teil: Spanische Dichtung
Herausgegeben von Gina Maria Schneider, Elmar Schübl und Lukas Dettwiler


Jean Gebser (1905–1973) hat als Dichter, Übersetzer und Philosoph ein vielschichtiges und beziehungsreiches Werk geschaffen. Seine Philosophie gründet in der eingehenden Beschäftigung mit den Phänomenen Sprache und Dichtung sowie mit einzelnen Dichtern: Eliot, Mallarmé, Valéry, Aragon, Lorca, Guillén, Hölderlin, Trakl und vor allem Rilke sind zu nennen. Picasso, dessen Kunst Gebsers [...]

Rea Brändle

Johannes Seluner. Findling
Eine Recherche

Plötzlich ist einer da. Niemand weiss, woher er gekommen ist. Er scheint keinen Namen zu haben, kein Vorleben, kann weder schreiben noch sprechen und versteht keine der Fragen, die man ihm stellt. Ein solcher Mensch ist im September 1844 auf Alp Selun im oberen Toggenburg aufgetaucht. Er war vielleicht sechzehnjährig, fast nackt, stumm. Weil sich trotz steckbrieflicher Ausschreibung keine [...]